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Dein kreatives Kind und Du

Hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht warum du dich selbst als kreativ bezeichnest? Für mich ist es lange einfach so gewesen – ein großer Schatz den ich schon von Kind an in mir getragen habe. Aber ist Kreativität wirklich schon immer da? Oder gibt es bestimmte Umstände oder Parameter die dich zu einem kreativen Menschen werden lassen? Ist es genetisch bedingt? Oder “Erziehung”?

Auf der Suche nach den Antworten, fragte ich mich selbst: “Warum bist du kreativ?” Ich glaube, dass ein großer Dank dafür an meine Eltern geht, sie haben mir eine Umgebung geschaffen kreativ zu sein.

In den Berufsjahren als Erzieherin begegnen mir immer wieder kreative Kinder und vermeintlich “unkreative”. Wie du Dein kreatives Kind begleitest möchte ich heute mit dir gemeinsam entdecken.

Mein Kind ist nicht kreativ

Ist dein Kind nicht kreativ oder mag es einfach nicht malen? Allzuoft wird Kreativität mit “malen können” gleich gesetzt. Das stimmt aber nicht, kreativ denken zu können hat viel viel mehr Facetten, die Constanze Kirchner in ihrem Buch “Kinder&Kunst” wunderschön erläutert:

  • Sammeln und Ordnen – Du kommst mit deinem Kind an keinem Stein oder Stock vorbei ohne ihn einzustecken? Sehr gut! Legt doch gemeinsam ein Mandala daraus.

  • Formen und matschen – Gibt es etwas schöneres als Wasser und Sand? Macht euch gemeinsam dreckig. Oder knetet zusammen – hier gibt es ein schnelles Rezept für Knete
  • bauen, basteln und konstuieren – Nichts fördert das Raum-Lage-Verständnis mehr, die Grundlage für mathematisches Denken. Dreidimensionales bauen kann ganze Nachmittage füllen – also raus mit den Bausteinen!
  • Experimentieren, erforschen, kombinieren – Kinder haben einen unbändigen Forscherdrang, du kennst das bestimmt beim Händewaschen oder bei Spaziergängen. Auch das Rollenspiel fällt darunter – im Wald wird dann aus einem Stock eine Schlage, die im nächsten Moment ein Schwert ist. Dieses Rollenspiel ist Grundlage für kreative Problemlösung.

Mein Kind will nicht malen

Muss es ja auch nicht (siehe oben). Trotzdem kannst du dich fragen warum will es nicht malen? Bestimmte Umstände begünstigen es dass dein Kind gerne malt:

  1. Das Material: Hast du schon mal mit einem Stift gemalt der schlecht in der Hand liegt oder man viel Druck ausüben muss damit der überhaupt malt? Gute Stifte und gutes Papier sind Voraussetzung für ein befriedigendes Ergebnis. Eine Liste für Materialien, nach Alter sortiert findest du hier als Download.
  2. Die Umgebung: Die vorbereitete Umgebung ist ein wichtiger Bestandteil der Montessori – sowie der Reggio Pädagogik. Der Grund dafür liegt auf der Hand, wenn dein Kind einen Raum betritt der bereits so gestaltet ist dass es sofort loslegen kann, wird es auch sofort loslegen. Bei uns stehen Papier und Stifte immer zur Verfügung – bemalte Fenster inklusive 😉 . Ich empfehle daher Wasserlösliche Farben 😉
  3. Wenig Lob viel Anerkennung: Wenn ich meine Tochter von der Kita abhole liegen meistens zwischen 2 und 6 Bilder in ihrem Fach. Die einen schöner die anderen weniger “schön” – aber sie hat die Bilder selbst mit ihren Händen produziert. Wir kommentiere ich gemaltes? Sei ehrlich und authentisch – “oh so schöne Bilder” hilft deinem Kind in seinem kreativen Prozess nicht. Nimm dir Zeit, betrachte die Bilder suche z.B. Elemente heraus die dir besonders gut gefallen und kommuniziere das. Sei der Kunstkritiker 😉 Beispiele: “die Sonne gefällt mir, sie strahlt richtig über deinem Bild” “Ich finde bei diesem Bild hast du weniger Lust gehabt – bei diesem dagegen gibt es viele schöne Blumen, ich glaube da hattest du mehr Spaß.”

 

Mein Kind macht immer nur das gleiche

Stundenlang, Tagelang sitzt es nur da und spielt Lego? oder knetet immer wieder Schnecken? Das ist die Polarisation der Aufmerksamkeit, auch Flow genannt. Für dein Kind ist das die pure Entspannung und die pure Auslebung des kreativen Denkens. Nie wieder wirst du als Erwachsener so fokusiert sein, wie als Kind. Das ist der wohl größte Schatz den ein Kind in sich tragen kann – die Fähigkeit sein ganz und gar einer Sache hinzugeben. Lass es einfach in seinem Flow – es ist DAS Zeichen für kreatives Denken und Ausgeglichenheit. Und wer weiß vielleicht findet ihr gemeinsam in den Flow? Das wäre ganz wunderbar.

Und jetzt wünsche ich Dir und Deinem Kind eine gute Reise ins Land der Kreativität 🙂

 

Liebe Kunterbunte Grüße

Steffi

 

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